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Kinderseelenallein . 208 Seiten . Hardcover und E-Book . Erschienen im Patmos Verlag 2016

BUCH: Kinderseelenallein

 

Eine Frau findet keinen Halt. Nicht in sich, nicht in der Welt. Berührend tief gräbt sie, um Antworten zu finden und lässt uns, sehr poetisch, teilhaben an all ihren Gefühlen.

 

Anfang dreißig heiratet sie glücklich ihre große Liebe. Doch immer wieder werden Risse in ihrem Leben sichtbar, durch die sie ihre Selbstzweifel und Kindheitserinnerungen einholen. Als sie schwer krank und daraufhin entlassen wird, fällt sie in ein tiefes Loch von Depressionen und Ängsten. Durch die Auseinandersetzung mit dem nun unerfüllt bleibenden eigenen Kinderwunsch, bricht ihre Vergangenheit gänzlich wieder hervor: Sie stammt aus einer angesehenen Bilderbuchfamilie, hinter deren Fassade es jedoch auch Gewalt und Verachtung gab. Dann wurde das hochsensible kleine Mädchen von ihren Eltern geschlagen und in ihrer Persönlichkeit gedemütigt. 

 

In diesem sehr persönlichen und poetischen Buch taucht Ann H. Neudek ein in ihre eigenen Schatten und Todesfantasien und sie beginnt, sich ihnen zu stellen. In einer Therapie macht sie sich auf auf die Suche nach sich selbst. Als sie dabei ihre entwertete, abgespaltene Hochbegabung entdeckt, wird vieles klarer. 

 

Sie beginnt zu verstehen, warum ihre Eltern dem Kreislauf der eigenen Gewalterfahrungen zunächst nicht entkommen sind. Die Liebe zu ihrem Mann und die Kraft der Worte helfen ihr nun, das Vergangene zu verabschieden und sich mehr und mehr selbst zu vertrauen. 

   

 

> mind. jedes 10. Kind in Deutschland wird körperlich oder seelisch misshandelt

> über elterliche Gewalt in gehobener Bildungsschicht

> eine Geschichte mit poetischer Kraft über Selbstfindung und Versöhnung

 

 


"Nur wer die eigenen Schmerzen vergessen hat, fügt anderen welche zu.

Ich habe erlebt, dass Erinnern, Reden und Verstehen vieles verändern kann, und deshalb erzähle ich  davon."

Ann Helena Neudek

 

Nicht jedes Opfer wird zum Täter, aber jeder Täter* war selbst einmal ein Opfer, der seine Kindheit verdrängt oder nicht verarbeitet hat. Ann H. Neudek schreibt an gegen dieses Vergessen der Gefühle eines misshandelten, gedemütigten Kindes.  Generation um Generation geschieht es weiter. Überall. Jeden Tag. So kommt einem diese Geschichte  ganz nah, weil sie kein "Schlagzeilenträchtiges Einzelschicksal" beschreibt, sondern einen beunruhigend alltäglichen Schmerz.

*Täter: Laut der Autorin Alice Miller war z.B. auch jeder Diktator der Geschichte ein misshandeltes und/oder gedemütigtes Kind.